Mikroskopische Aufnahme GammarusDer  Projektkurs Biologie in der Q1 unternahm eine meeresbiologische Exkursion nach Norden  in Ostfriesland, um eigenverantwortlich und experimentell selbst ausgewählte Themen aus dem Bereich der Ökologie des Wattenmeeres zu bearbeiten. 

GammarusDie Exkursion wurde vom Förderverein des Gymnasiums finanziell unterstützt.

 Kursfahrt Projektkurs 27.6.-30.6.2014 nach Norden / Ostfriesland

1. Vorbereitung

Zu Beginn des Schuljahres 2013/14 hatte sich der Projektkurs Biologie konstituiert und das Grobthema auf "Meeresökologie" festgelegt sowie die nun durchgeführte Exkursion beschlossen.
In mehreren Terminen (samstags, Studientag am 2. Mai, Nachmittage der Zeugniskonferenzen) haben sich die Kursteilnehmer intensiv auf ihr selbst gewähltes Spezialthema vorbereitet. Zunächst sollten einführende Referate einen Überblick über das Gesamtthema geben und die Auswahl eines eigenen Themas ermöglichen. Dann bildeten die Schülerinnen und Schüler (insgesamt sind es 9) Gruppen, die sich jeweils ein anderes Thema aussuchten. Dabei wurden teilweise die Erfahrungen und Ergebnisse der ersten beiden meeresökologischen Exkursionen in 2012 und 2013 aufgegriffen. Gewählt wurden folgende Themenschwerpunkte:

  1. Autökologische Experimente mit Gammariden (Flohkrebse) - Abhängigkeit der Leistung von Umweltparametern (Salzgehalt, Temperatur)
  2. Filterleistung der Miesmuschel Mytilus edulis in Abhängigkeit von Umwelteinflüssen und vom angebotenen Substrat
  3. Neobionten im Wattenmeer: die ökologischen Auswirkungen der "Einbürgerung" der Pazifischen Felsenauster auf die Biocoenose im friesischen Wattenmeer
  4. Abhängigkeit von Salzwiesenpflanzen (Halophyten) von Salzgehalt des Bodens

Später haben die einzelnen Themengruppen die Exkursion theoretisch und praktisch (Vorexperimente) vorbereitet; am 26.6. wurden schließlich die Experimentalkoffer und Kisten gepackt und verladen. So ging es dann am Freitag, 27.6. um 6:38 Uhr Richtung Norden.

Am Nachmittag gings vor Ort gleich los zu einem ersten Besuch im Wattenmeer: hier wurden die Lebensbedingungen des Watts bei Ebbe in Augenschein genommen und erste Tierproben für weitere vorbereitende Experimente genommen.

2. Durchführung

ProbenahmeHalophytenAm Samstag gings dann richtig los: Um 6:40 Uhr  also noch vor dem Frühstück (!!) fuhr die "Halophyten-Gruppe" Richtung Norderney, um aus den dortigen Salzwiesen Boden- und Pflanzenproben zu holen und die Vegetation vor und während der Flut photographisch zu kartieren.

 

 

Auster

Nach dem Frühstück gingen dann schließlich die anderen Gruppen an ihre praktischen Untersuchungen: die "Neobiontengruppe" suchte die Naturschutzstation auf, um nähere Informationen zu erhalten und vereinbarten einen Interviewtermin mit einem Muschelfischer, der seit über 50 Jahren das Geschehen beobachtet. Das Interview wurde mit besonders auf das ökologische Thema ausgerichteten Fragen vorbereitet und dann während der Befragung - übrigens vor Ort, also auf dem Kutter - digital aufgezeichnet.


Filtrationsexperiment

MytilusDie "Miesmuschelgruppe" holte aus dem Wattenmeer Muscheln und setzte die ersten Filtrationsexperimente an, die mit einer nahezu professionellen Kameraausrüstung digital aufgezeichnet wurde. Als Filtrat wurde zum Einen Trockenhefe, aber auch speziell mit einer selbst konzipierten "Sockenschleuder" gereinigter Schlamm aus dem Watt sowie verschiedene künstliche Substrate genommen Am Nachmittag brachten die "Muschelpapst-Interviewer" einen ganzen Beutel weiterer Miesmuscheln mit, damit auch genügend "Material" für die Parallel- und Kontrollexperimente zur Verfügung stand.


GammarusHerzschlagDie "Gammaridengruppe" hatte schon am Vortag genügend Tiere gefangen, so dass gleich damit begonnen werden konnte, eine Methode zu finden, wie man die flinken Tiere so "beruhigt", dass sie gut unter dem Mikroskop beobachtet werden können. Man wollte die Veränderung des "Herzschlages" (die Krebstiere haben ein offenes Kreislaufsystem mit einem schlauchförmigen Rückengefäß, welches das Blut Richtung Kopf pumpt) in Abhängigkeit von Umweltbedingungen beobachten und messen.

MikroskopierkäfigNach einigen erfolglosen Versuchen, in denen die Kleinkrebse immer aus dem Bild sprangen, baute man mit Knetgummi, Objektträger und Deckglas einen Mikroskopierkäfig, der den Gammariden während der nur wenige Minuten dauernden Untersuchung festhielt.
Auch am Abend gingen die Experimente - trotz des Brasilienspiels - bis nach 22 Uhr weiter; allerdings manchmal aufgelockert durch "the clavinover" oder "polysemia".


Bodenuntersuchung 1Bodenuntersuchung 2Am Sonntag konnten alle Gruppen "in die Vollen gehen": Die "Halophytengruppe" führte die Boden-untersuchungen mit den über Nacht angesetzten Suspensionen durch: sie untersuchten den Salzgehalt und pH-Wert in Abhängigkeit vom Standort (Höhe NN; Zone der Salzwiese) und mikroskopierten die mitgebrachten Halophyten (Blattquerschnitte).

NeobiontenDie "Neobiontengruppe" wertete das Interview weiter aus und versuchten, über das Internet einzelne Aussagen mit wissenschaftlichen Untersuchungen abzugleichen: dabei stießen sie auf einige "Ungereimtheiten" auch und vor allem von "Laienseiten" im Internet, aber auch teilweise von Naturschutzstationen, die selten ihre Aussagen mit Quellen belegten und damit leider nicht seriös verwendbar sind. Weiterhin bereitete die Gruppe die Bestandsaufnahme, die im Zuge einer geführten Wattwanderung nach dem Abendessen geplant war, vor.

3. Auswertung

Am Montagmorgen werden dann alle Ergebnisse zusammenfassend dokumentiert: hierfür wurde im schulischen MOODLE ein spezielles Wiki erstellt, indem jede Gruppe ihre eigenen Berichte, Konzeptionen und Dokumente pflegen kann. Damit wird die systematische Auswertung, die zwischen Sommer- und Herbstferien erfolgt und schließlich im Dezember mit der Abgabe und Präsentation der Projektarbeit endet, vorbereitet.
Dann wird es heißen: packen, aufräumen und ab zum Bahnhof…

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