Durch einen Zeitungsartikel wurden wir auf die neue Inszenierung von „Romeo und Julia", der Liebesgeschichte schlechthin, aufmerksam. Weniger bekannt als das Theaterstück an sich ist die Tatsache, dass Shakespeare die Grundlage dafür von einem römischen Dichter namens Publius Ovidius Naso, kurz Ovid, aus seiner Metamorphose „Pyramus und Thisbe” hat.

Am 24. Oktober 2016 fuhren wir daher mit 17 Oberstufenschülern begleitet von Frau Wans und Frau Splett nach Düsseldorf ins Schauspielhaus.

Auch in „Pyramus und Thisbe” geht es um ein Liebespaar, dessen Familien so zerstritten sind, dass sie ihre Liebe geheim halten müssen. Zunächst nur durch einen Spalt in der Wand kommunizierend beschließen sie, sich in der Nacht außerhalb der Stadt zu treffen. Thisbe erreicht als Erste den vereinbarten Treffpunkt, flieht jedoch wegen einer umherschweifenden Löwin in eine Höhle. Als Pyramus kurz darauf ebenfalls den Platz erreicht, glaubt er, dass seine Liebste von der Löwin getötet wurde. Aus größter Trauer tötet er sich selber und auch Thisbe folgt ihm in den Tod, als sie aus der Höhle kommt und Pyramus entdeckt.

Die Inszenierung in Düsseldorf

Als wir mit einem kleinen Umweg in Düsseldorf angekommen waren (Das Schauspielhaus war wohl nicht mehr dort, wo es einmal war!), ging es auch schon los. Das Theater war gut gefüllt und die Bühne wurde von einem Metallgerüst umrahmt, an dessen Enden der Boden mit Schaumstoffstücken bedeckt war. Im Hintergrund standen ein Flügel und andere Instrumente, die während des Stücks gespielt wurden. Von der Decke hingen weiße, leuchtende Kugeln, die im Verlauf des Stücks auf- und abgelassen werden konnten.
Das klassische Stück Shakespeares bekam durch die moderne Inszenierung eine ganze andere Note: Neben der modernen Kleidung der Schauspieler stand auch die Sprache, die sich an die heute gesprochene Alltagssprache anlehnte, im starken Kontrast zu den noch aus dem Original übernommenen Passagen. Das Stück beinhaltete zudem aktuelle Themen, die vor allem auch in Witzen der Schauspieler zur Geltung kamen. Auch zum Teil anzügliche Bemerkungen fanden einen Platz im Stück. Dadurch dass das Publikum einbezogen wurde, erreichten die Schauspieler mehr Dynamik und gewannen die Sympathie der Zuschauer. Dramatische Situationen wurden von sowohl durch musikalische Elemente, z.B. stark basshaltige Töne, sodass die Sitze bebten, unterstützt als auch durch andere Effekte wie Nebel und Wind. Durch geschickte Trennung der Bühne konnte erreicht werden, dass Handlungsstränge und Räumlichkeiten voneinander differenziert wurden. Nach dem unvermeidlichen Tod von Romeo und Julia endete eine sehr gut inszenierte und mitreißende Theatervorstellung, die das klassische Stück mit Hilfe von modernen Aspekten neu aufleben ließ und uns allen besonders gut gefiel.

Weiteres zum Stück lässt sich hier auf der Internetseite des Schauspielhauses nachlesen.

An dieser Stelle bedanken wir uns auch beim Förderverein für die freundliche Unterstützung dieser Fahrt.

Nathalie Mainik und Ellen Verhalen (Q2)