Beherrschen wir unsere Handys oder unsere Handys uns?

Drei Tage lang ohne Smartphone auskommen – für viele Jugendliche ist das eine schreckliche Vorstellung. Auch der Vorschlag in unserer Klasse, der 8a, dies einmal als Experiment auszuprobieren, stößt zunächst nur auf ungläubige und entsetzte Gesichter. Sätze wie „Das überleb‘ ich nicht!“ und „Ich geb doch nicht mein Handy ab!“ schwirren durch den Raum. Ein großer Teil der Schüler ist überhaupt nicht begeistert.

3 Tage ohne HandyDer Vorschlag entstand im bilingualen Politikunterricht, in dem wir momentan das Thema „New Media – chances and risks“ besprechen. Uns war aufgefallen wie sehr das Handy mittlerweile unsere Lebenswelt beeinflusst und unser Kommunikationsverhalten bestimmt. Ist es schon soweit gekommen, dass wir abhängig vom Handy sind? Liegt tatsächlich ein Suchtverhalten vor? Zittern uns bei Entzug schon die Daumen und Zeigefinger, weil sie nichts mehr zu tun haben? Kann ich ohne Handy tatsächlich nicht mehr leben? Das Experiment schien interessant zu sein! Hiervon waren alle überzeugt, aber viele waren auch sehr unsicher, ob und wie sie die Zeit ohne Handy überstehen sollen.

Schließlich ist der große Tag der Abgabe da. Herr Kirchberg legt eine graue Pappschachtel aufs Pult, wir legen mit einem leichten Seufzer unsere „Schätzchen“ hinein, die Pappschachtel wird zugeklebt, um dann für drei Tage im Tresor der Schule zu verschwinden.

Aber nicht alle Schüler können sich dazu durchringen, am Experiment teilzunehmen. Acht Schülerinnen und Schüler fanden, dass sie nicht drei Tage lang auf das Handy verzichten könnten, eines musste Herr Kirchberg sogar schon unmittelbar nach der Stunde zurückgeben! Alle anderen halten es drei Tage lang aus, manche unter Qualen, andere ohne ein Wort darüber zu verlieren.

Viele Schüler sagen am Ende, die Zeit ohne Handy wäre für sie gut gewesen, da sie sich wieder viel mehr mit anderen Dingen beschäftigt und nicht mehr die ganze Zeit auf das Display „geglotzt“ hätten.

Selbst Schüler, die normalerweise erst spät abends mit den Hausaufgaben anfangen, erzählten, dass sie diese schon mittags erledigt hätten. Andere wiederum haben auch negative Erfahrungen gemacht. Eine Schülerin berichtete, dass sie verschlafen hätte, da sie sich normalerweise durch ihr Handy wecken ließe. Viele vermissten während der Zeit ohne Smartphone die Möglichkeit unterwegs Musik zu hören. Aber auch das schnelle Nachgucken im Internet und die Möglichkeit schnell ein Foto zu machen wurden vermisst.

In einer Sache sind sich jedoch alle einig: Ganz ohne Smartphone leben, kommt für uns nicht in Frage! Das Smartphone sollte jedoch unser Diener bleiben - nicht umgekehrt! 

von Lucia Bürvenich

© 2017 Städtisches Gymnasium Goch
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