Clara Guntlisbergen (Q1) hat ihr Auslandsjahr beendet und schreibt hier über ihre Zeit in Utah.

Zehn Monate lang habe ich in St. George, Utah bei einer Gastfamilie gelebt und bin dort zur Schule gegangen. Am 10. August 2016 bin ich von Frankfurt über Washington DC nach Las Vegas geflogen. Dort holte mich meine Gastfamilie ab und wir fuhren zusammen nach St George, meinem neuen Zuhause.

Bewerbung

Den Wunsch ins Ausland zu gehen hatte ich schon lange. Als ich dann das PPP fand, ein Vollstipendium des Deutschen Bundestages und des U.S. Congress, wurde der Wunsch konkreter. Die Bewerbung war sehr umfangreich, zuerst musste ich mich online registrieren, dann die Bewerbungsunterlagen ausfüllen. Im November hatte ich dann schließlich mein Auswahlgespräch, im Januar kam dann der langersehnte Anruf: Ich habe das Stipendium bekommen.

Nun musste ich erneut Unterlagen ausfüllen, um eine Gastfamilie zu erhalten. Diese habe ich dann im April bekommen. Im Mai war ich dann eine Woche in Würzburg auf dem Vorbereitungsseminar, dort haben wir viel über Politik, Geschichte, Kultur und andere Sachen gelernt, damit wir unsere Rolle als Juniorbotschafter angemessen erfüllen können. Vor meinem Abflug traf ich mich noch mit Barbara Hendricks, die meine Patin war, auch sie gab mir einige hilfreiche Tipps.

Während meines Jahres in Amerika war ich noch eine ganze Woche in Washington DC, wo wir viele Museen besuchten, aber auch den Congress und Senat besichtigten und Termine mit den Abgeordneten unserer Region hatten. Nach meiner Rückkehr war ich dann noch ein ganzes Wochenende in Berlin auf dem Nachbereitungsseminar.

Meine Austauschorganisation war „Partnership International“ und in Amerika FLAG. Wer auch Interesse hat, sich für das PPP zu bewerben, kann sich unter www.bundestag.de/ppp informieren und ab 2. Mai 2018 bewerben.

Ankommen

Schon von Anfang an habe ich mich in meiner Gastfamilie wirklich wohl gefühlt, wodurch das Einleben sicherlich viel leichter war. Nach etwa einer Woche hatte ich auch alle anderen Familienmitglieder, wie meine neuen Großeltern und Tanten, Onkels, Cousins und Cousinen kennengelernt.

In der Schule war es am Anfang etwas komisch, da ich niemanden kannte, aber auch das änderte sich schnell, wobei mir die offene und interessierte Art der Amerikaner sehr zugute kam. Ich wurde oft direkt angesprochen und mir wurden von Anfang an viele Fragen über Deutschland und Europa gestellt. Und schon nach wenigen Wochen hatte ich einige Freunde gefunden, die ich jetzt sehr vermisse.

Schule

Meine Schule war die Dixie High School, dort belegte ich die Fächer Chemie, Tanzen, Geschichte, Floriculture and Greenhouse, Töpfern, Chor, Mathe und Englisch. Außerdem entschied ich mich dazu, dem Fußballteam beizutreten und für das Musical vorzusprechen. Im Frühjahr fing ich dann noch mit Leichtathletik an. Vor allem durch das Musical habe ich sehr schnell Freunde gefunden. Highlights waren natürlich die Football Spiele, Schulbälle, wie Homecoming, und die anderen Traditionen wie Spirit Week. So konnte ich auch den typisch amerikanischen High School Spirit erleben.

Gastfamilie

Meine Gastfamilie bestand aus meinen Gasteltern, meiner Gastschwester Alima aus Kasachstan, die ebenfalls Austauschschülerin war, und meinem kleinen Gastbruder Duncan. Von Anfang an wurde ich sehr herzlich aufgenommen und in das Familienleben eingeschlossen. Wir erlebten viel zusammen, zum Beispiel sind wir einmal umgezogen. Außerdem haben wir viele Ausflüge unternommen, wir waren unter anderem am Grand Canyon, in Phoenix und Tucson, in Salt Lake City und in Kalifornien. Meine Gasteltern haben mich aber vor allem immer unterstützt und haben sich immer gut um uns gekümmert. Schon nach kurzer Zeit sind wir stark zusammengewachsen und waren eine richtige Familie.

Freizeit

Meine Freizeit habe ich am Anfang, bis circa November, eigentlich ausschließlich mit Fußball und Musicalproben verbracht. Als das vorbei war, bin ich nach der Schule meistens mit meinen Freunden essen gegangen oder wir haben uns alle zusammen getroffen. An den Wochenenden sind wir auch manchmal wandern gegangen oder haben größere Ausflüge unternommen. Am Sonntag war immer Familientag; zuerst waren wir in der Kirche und danach ging es zu meiner Oma zum Essen.

Abschied

Die zehn Monate gingen so unfassbar schnell vorbei. Ich konnte es kaum glauben, als ich mein Flugticket zugeschickt bekommen habe und mir klar wurde, in einem Monat bin ich wieder in good old Germany. Als es dann soweit war und ich mich von meinen Freunden und meiner Familie verabschieden musste, flossen auf beiden Seiten viele Tränen. Aber erst als ich dann wirklich im Flugzeug saß, wurde mir bewusst, dass es jetzt wirklich vorbei war. Ich konnte es kaum glauben, was für ein tolles und erlebnisreiches Jahr hinter mir lag. Mir sind die Menschen alle so sehr ans Herz gewachsen, dass ich nur noch auf regelmäßige Besuche hoffen kann.

Fazit

Das letzte Jahr in Utah war definitiv das beste meines Lebens. Ich habe so viel gelernt, gesehen und erlebt. Ich habe so viele unfassbar tolle Menschen kennengelernt, mit denen ich für immer in Kontakt stehen werde. Auf die Frage “ Und hat es sich denn gelohnt?” kann ich nur antworten “JAAAA!!!!” Ich würde jedem, der im Moment über ein Auslandsjahr nachdenkt, dazu raten, denn ihr werdet so viel wachsen und lernen, so viel Tolles erleben und zurückkommen als eine ganz andere Person.

Wenn ihr noch mehr über mein Jahr in Utah wissen wollt, dann schaut gerne bei meinem Blog vorbei:

https://claragoesusablog.wordpress.com

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