Am 6.März 2013 fuhr ein Teil der Jahrgangstufe Q1 in Begleitung ihrer Deutschlehrer/innen- insgesamt 33 Teilnehmer-  zur Aufführung von Goethes „Iphigenie“ in der Inszenierung von Albrecht Hirche ins „Theater an der Ruhr“ nach Mülheim am Raffelbergpark.

Schon das kleine, aber feine Theater unter der Leitung des italienischen Theatermachers Roberto Ciulli ist ein Erlebnis. Ein ehemaliges Solbad, erbaut im letzten Jahrhundert mit einem schönen angrenzenden Park und einer familiären Atmosphäre, ließ uns neugierig werden. Bei der Einführung des engagierten Theaterpädagogen Bernhard Deutsch vom „Jungen Theater an der Ruhr“ im kleinen Theatercafe erfuhren wir mehr über die Beweggründe und  Inszenierungsideen zu diesem Stück. Wie sieht eine „klassische“ Heldin heute aus? Wie sieht ein „stürmerischer“ Pylades heute aus? Was sind für uns heute „Barbaren“? Wie geht man mit den modernen Medien bei einem klassischen Stück um? Wie wird der Raum mit einbezogen usw.? Wir konnten also gespannt sein und wurden auch schon im Theatersaal selbst sehr gastlich empfangen mit Decken über den einzelnen Sitzen, denn die Türen standen nach draußen hin offen.

Die Inszenierung, aber auch die schauspielerischen Leistungen der jungen Darsteller hielten für uns über fast zwei Stunden nonstop viele Überraschungen bereit: Videoeinspielungen wurden genutzt, um Einsamkeit, Wut, Angst darzustellen, die Barbaren waren mit prolligen Kostümen versehen (Jogginganzug und dicke Goldkette), die Sprache von ihnen war manchmal für uns unverständlich, teilweise  ins Swizzerdütsch verfremdet…oder auch die Handlung bis ins Ironische sogar übersteigert. Drohende Schreie von draußen, Masken, andere Verfremdungen ließen uns die Ernsthaftigkeit und die Bedrohung der Protagonisten erfahren. Bis in die eigenen Reihen spielten die Schauspieler mit uns.

Wir konnten „unsere“ im Unterricht besprochene „Iphigenie“ erkennen, aber eine durchaus modernisierte, bei der am Ende doch die Frage gestellt werden kann: „ Wer sind denn nun die Barbaren…vielleicht doch die zuletzt touristisch anmutenden Griechen, die alles ausnutzten?“ Fragen, Eindrücke und Meinungen wurden in der nächsten Deutschstunde gewinnbringend weiter diskutiert. Schön, wenn man so einen dichten Theaterabend erfahren und erleben darf.

Vielen Dank daher auch dem Förderverein für die finanzielle Unterstützung!